Zivil.Courage.Online

ZIVIL.COURAGE.ONLINE Trainings

Jugendliche werden heute nicht nur immer häufiger Opfer, sondern auch ZeugInnen von Rassismus, verbaler Gewalt- und Todesdrohungen, Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung, etc. im Internet. Was hindert Jugendliche daran, sich im Internet für ihre Peers einzusetzen und wie können sie zu zivilcouragiertem Handeln motiviert werden?

Eine gemeinsame Studie im Rahmen des Projekts Zivilcourage 2.0 hat verdeutlicht, dass Zivilcourage im alltäglichen Verständnis mit mutigem oder sogar heldenhaften Einsatz in Verbindung gebracht werden. Im Internet einzugreifen und zu helfen bringt laut der Studie hingegen sehr wenig Anerkennung und wird als eher wirkungslos wahrgenommen.

ZIVILCOURAGE im Internet kann TRAINIERT werden. Deswegen bieten wir zusätzlich zu unserem bestehenden Angebot "Zivilcourage TRAINIEREN" in Kürze auch "Zivil.Courage.Online - Trainings" an. Gemeinsam mit ExpertInnen haben wir 4-stündige Trainings für Jugendliche konzipiert und für die Durchführung einen Pool an neuen Zivil.Courage.Online TrainerInnen ausgebildet.

Ziele des Trainings:

Die zentralen Ziele des ZIVIL.COURAGE.ONLINE-Trainings sind die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln im Internet zu erhöhen, das eigene Verhaltensrepertoire auf unterschiedlichen Ebenen zu erweitern sowie Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung auf Online-Plattformen zu stärken. Die Zivil.Courage.Online Trainings tragen zur Sensibilisierung, Förderung und Stärkung sozialer Kompetenzen bei und helfen bei Erarbeitung individueller Handlungsoptionen in schwierigen Situationen auf diversen Onlinekanälen. Unter anderem erlernen die Jugendlichen wie man mit Angriffen, Ohnmacht, Aggression und Angst im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und Foren umgehen kann. Es wird erarbeitet, was man in diskriminierenden Situationen tun kann, wo die eigenen Grenzen liegen und welche rechtlichen Grundlagen und Meldemöglichkeiten bestehen. Zusätzlich zur theoretischen Auseinandersetzung wird in den ZIVIL.COURAGE.ONLINE-Trainings auch an Beispielen vermittelt, wie zivilcouragiertes Handeln online möglich ist.

Zielgruppe:

Im Sinne des Bildungsauftrags und der Sensibilisierung in Bezug auf aktuelle Tendenzen des Rechtspopulismus in Österreich richtet sich das Projekt besonders an jugendliche Zielgruppen.
Die Trainings richten sich vor allem an Lehrlinge und SchülerInnen. Schwerpunktmäßig werden mit dem Vermittlungsangebot SchülerInnen aus Fachmittelschulen, BerufsschülerInnen, Lehrlinge, Jugendliche aus außerschulischen Einrichtungen, jugendliche ArbeitnehmerInnen sowie Auszubildende angesprochen.

Die ZIVIL.COURAGE.ONLINE-Trainings werden in Schulen, Lehrwerkstätten, Jugendzentren, etc. in ganz Österreich durchgeführt. Die Inhalte der Trainings werden auf die jeweiligen Gruppen maßgeschneidert und dauern insgesamt 4 Stunden.

Die Trainings sind ab Ende September 2020 hier buchbar.

ZIVIL.COURAGE.ONLINE Materialien

Auf Basis empirischen Erkenntnisse und gemeinsam mit ExpertInnen entwickelt das MKÖ im Rahmen des Projektes „Zivil.Courage.Online“ Informations-, Übungs- und Trainingsmaterial für alle, um so gezielt die Zivilcourage im Internet zu fördern.

Diese Online Materialien werden auf der Website www.zivilcourageonline.at und der App "Zivil.Courage.Online" zukünftig für alle kostenlos zur Verfügung stehen. Für MultiplikatorInnen wird hier eine interaktive Materialienbox zur Vermittlung von Online-Zivilcourage angeboten. Damit soll allen ermöglicht werden, Zivil.Courage.Online auch eigenständig in ihrem Umkreis zu trainieren.

Das Projekt Zivil.Courage.Online wird durch die finanzielle Unterstützung des Digitalisierungsfonds der AK Wien ermöglicht.

Studie Zivilcourage 2.0

Diesen Fragen haben wir uns gemeinsam mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien, dem ÖIAT und dem Büro für Kriminalprävention und Opferhilfe des Bundeskriminalamts gestellt. Das Institut für Soziologie der Universität Wien hat gemeinsam mit der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien / Krems eine umfangreichen Studie mit 14- bis 19-Jährigen zum Thema Zivilcourage 2.0 durchgeführt.

Die am Projekt mitwirkenden PraxispartnerInnen ÖIAT, Mauthausen Komitee Österreich und Büro für Kriminalprävention und Opferhilfe des Bundeskriminalamts haben die Studie mit ihren Praxiserfahrungen unterstützt. Auf Basis der empirischen Erkenntnisse wurden Informations-, Schulungs- und Trainingsangebote entwickelt, um Online Zivilcourage unter Jugendlichen gezielt zu fördern. Am 21. Februar wurden die Ergebnisse der dazu durchgeführten Studie präsentiert.

Flyer für Jugendliche "Trau dich und greif ein!"

Dieser Flyer von ÖIAT kann in Klassenstärke bestellt werden. Er gibt Anregungen, wie man für andere online einstehen kann ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Hier gehts zum Flyer.

Quiz für Jugendliche zwischen 11-16 Jahre

Das Zivilcourage Quiz kann gemeinsam im EDV Saal, am Handy oder für sich alleine gemacht werden. Der Quiz gibt Ideen, wie in welchen Situationen reagiert werden könnte. Direkter Link. (Besser: Du kannst auch auf https://www.saferinternet.at/quiz/ verlinken, dann können Menschen auch die anderen Quiz finden ...)

Fotos der Abschlusspräsentation und erste Eindrücke der neuen Angebote

Zivilcourage TRAINIEREN

Logo Zivilcourage Online

Seit 2010 führt das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) mit Jugendlichen Zivilcourage-Trainings durch. Seit Beginn der Trainings werden die Inhalte, Übungen und Methoden immer wieder auf Basis der Erfahrungen der TrainerInnen in den Trainings adaptiert und an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist auf den Einsatz gegen "Mobbing" und "Zivilcourage im Internet" ausgerichtet.

Seit mehr als 10 Jahren arbeiten wir gemeinsam mit ExpertInnen daran Zivilcourage zu fördern und zu trainieren. Mehr als 50.000 Jugendliche haben an den Zivilcourage-Trainings des MKÖ teilgenommen. Anlässlich des "Tag des Rassismus" erschien ein Interview mit unser Partnerin Prof. Dr. Margarete Boos zum Thema Zivilcourage offline und online in der Frankfurter Rundschau.

"Zivilcourage bedeutet im Wesentlichen, in einer öffentlichen Situation, mit einem inneren Konflikt mutig zu handeln. Ich gehe ein Risiko ein und trete für Werte ein, die mir wichtig sind. Diese Merkmale gelten sowohl online als auch offline, die Formen sind lediglich anders. Hinzu kommt, dass Hass im Netz einen unglaublichen Beschleunigungseffekt hat, Shitstorms zum Beispiel. Es geht unheimlich schnell, hat eine größere Reichweite und ist tendenziell öffentlicher. Auf der anderen Seite habe ich unglaublich viele Positivbeispiele gefunden, wo Menschen sich zusammenschließen und Netzwerke zur Intervention bilden, gerade junge Erwachsene." Prof. Dr. Margarete Boos

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